Neue Verwaltung

R├╝ckblick auf den 15. Kongress neueVerwaltung

Verwaltung im Zusammenspiel | 6. und 7. Mai 2014 | Congress Center Leipzig

Kongressprogramm  Fachforen  8.Controllerforum  Tutorials

 

8. Controllerforum Public Sector

Das 8. Controllerforum der dbb akademie fand auch 2014 im Rahmen des Kongresses neueVerwaltung statt. Damit bot sich für am Controlling interessierte Führungskräfte, Personalvertreter und KLR-Beauftragte die Möglichkeit, neben dem Besuch der Controllerworkshops auch einen Blick auf andere innovative Veränderungen der öffentlichen Verwaltung zu werfen. Zugleich können sich die übrigen Kongressteilnehmer über aktuelle Projekte der Finanzsteuerung informieren.

 Dienstag, 6. Mai 2014

 13.00 - 14.30 Uhr

Anspruch und Wirklichkeit der Steuerung öffentlicher Beteiligungen am Beispiel des Berichtswesens

Christina Schaefer, Universitätsprofessorin für Verwaltungswissenschaft, insbesondere Steuerung öffentlicher Organisationen, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg

Öffentliche Beteiligungen haben in Deutschland sehr stark an Bedeutung gewonnen und die Anforderungen an die Steuerung öffentlicher Organisationen in hohem Maße verändert. Ausgliederungseffekte wie Steuerungs- und Kontrollverluste haben eine Diskussion darüber ausgelöst, welche Maßnahmen zu einer Verbesserung von Effektivität, Wirtschaftlichkeit, Transparenz, und Glaubwürdigkeit staatlichen Handelns beitragen können. Damit verbunden stellt sich die Frage, ob die aktuell eingesetzten Systeme und Instrumente, aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen mit den eingangs dargelegten Veränderungen Schritt gehalten haben. Ein zentrales, dahingehend zu überprüfendes Instrument ist in diesem Kontext das Berichtswesen. Ziel des Fachvortrags ist, die durch Veränderungen der institutionellen Arrangements der öffentlichen Aufgabenwahrnehmung geänderten Informationsanforderungen aufzuzeigen und über eine empirische Vollerhebung zu prüfen, inwieweit die Beteiligungsberichterstattung den Erfordernissen aktuell genügen kann.

15.00 - 16.30 Uhr

Wie gewinnen Controller Akzeptanz in der Organisation und in der Gesellschaft – Performancemanagement in der Bundesagentur für Arbeit und Weiterentwicklung der Controller-Rolle

Marcus Kropf, Leiter Fachbereich CF10, Controlling Auftrags- und Serviceleistungen, Zentrale der Bundesanstalt für Arbeit

Mit der Strategie „BA 2020“ stellt sich die Bundesagentur verstärkt auf Herausforderungen der sich – national wie international – rasant entwickelnden  Arbeitsmärkte und daraus resultierender gesellschaftlicher Megatrends ein. Modernes Controlling leistet hier wichtige Beiträge, um Menschen noch schneller, aber auch nachhaltiger in Arbeit und Ausbildung zu bringen. Gleichzeitig setzt sich die BA für die Verbesserung der Teilhabechancen ein und unterstützt Arbeitgeber vor dem Hintergrund des demographischen Wandels bei Lösungen zum Fachkräftebedarf. Die BA wird den Wertbeitrag des Controlling für die Organisation sukzessive weiter erhöhen unterstützt damit immer den gesetzlichen Kernauftrag der BA.


Steigende Arbeitsmarkt-Dynamik führt auch dazu, dass sich viele operative Führungskräfte der BA eine Controlling-Weiterentwicklung in Richtung Beraterfunktion und gelebte Partnerschaft wünschen. Zeiten, in denen Controller „nur“ Transparenz und Informationsversorgung im Unternehmen herstellen, sind ohnehin Vergangenheit. Nach dem heutigen BA-Rollenverständnis sind Controller: Berater aller Führungsebenen, anerkannte Partner, glaubwürdige Kommunikatoren sowie als klassische Funktionen Wächter über Wirkung und Wirtschaftlichkeit sowie Prozessverantwortliche.

Die Controller der BA sind sich auch bewusst, wie wichtig eine Akzeptanz des Controlling bei den Aufsichtsgremien, im Top-Management, bei Führungskräften vor Ort als auch bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BA, aber auch in der Gesellschaft, ist. Diese Wertschätzung müssen sich die Controller durch exzellente Dienstleistungen „verdienen“.

Der Controller wird verstärkt zum kritischen Herausforderer. Er sieht neben Risiken vor allem Chancen und unterfüttert diese maßnahmen- und lösungsorientiert. Dabei übernimmt er verstärkt Ergebnismitverantwortung. Ein moderner BA-Controller zeichnet sich durch Weitblick und einem feinen Gespür für strategische, organisatorische und kulturelle Fragen aus. Ökonomische Erfordernisse behält er fest im Blick, strebt aber gleichzeitig eine Vorteilsübersetzung an, indem er Lösungsoptionen entwickelt und deren Mehrwert für seine Kundinnen und Kunden transparent macht.

Grundvoraussetzung für eine echte Akzeptanz seiner Controllerpersönlichkeit ist fundiertes Verständnis zu operativen Prozessen. Nur so gelingt beispielsweise die Identifikation richtiger Analyseschwerpunkte und eine zielgerichtete Unterstützung der Geschäftsführungen. Hand in Hand geht damit die Weiterentwicklung eigener kommunikativer Fähigkeiten einher sowie ein verstärkter Austausch innerhalb interner wie gleichsam externer Controller-Netzwerke.“

 

17.00 - 18.30 Uhr

Strategische Ziele entwickeln und kennzahlenbasiert ansteuern - mittels eines StrategieNavigationsSystems

Mit der Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung, des produktorientierten Haushaltes, der Balanced Scorecard oder des Kontraktmanagements haben zunehmend moderne Managementmethoden Einzug in die Öffentlichen Organisationen gehalten. Die Gründe für die Neuausrichtung der Verwaltung sind nicht zufällig, sondern unter anderem auf die Steuerungsmängel der Bürokratie zurückzuführen. Unter Bedingungen hoher gesellschaftlicher und technischer Komplexität und Dynamik ist davon auszugehen, dass die hergebrachte Steuerung anhand vorgegebener Regeln nicht zu zielführenden Ergebnissen und Wirkungen führt. Gerade die Output- und Outcomeorientierung ist aber der wesentliche Erfolgsmaßstab politisch-administrativen Handelns, Regelsteuerung statt Ergebnis- und Wirkungssteuerung kann weder neuere Entwicklungen rechtzeitig antizipieren noch auf Änderungen agil und flexibel eingehen. Eine zunehmende Herausforderung, in der sich die meisten Öffentlichen Verwaltungen befinden, sind die sinkenden Haushaltmittel bei gleichzeitiger Ausweitung der Aufgaben (Output). Im Workshop werden sowohl der idealtypische Steuerungskreislauf in einem großen Landesbetrieb als auch die bisher implementierten Bausteine und die noch notwendigen Erweiterungen dargestellt.