Neue Verwaltung

Zukunft Digitale Arbeit | 28. und 29. April 2016 | WCCB Bonn

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    Nachdem sich der Kongress neueVerwaltung sowohl regional als auch inhaltlich erfolgreich neu positioniert hat, stellt er sich auch organisatorisch auf neue Füße. Künftig wird der Kongress im zweijährigen Rhythmus präsent sein, unter Führung eines starken Partners.

    Über alle Neuerungen werden Sie frühzeitig informiert.

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Grußwort von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zum Kongress 2016

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Kongress neueVerwaltung erfolgreich beendet

V. Geyer, dbb akademie

Unter dem Motto „Zukunft Digitale Arbeit“ ist der Kongress neueVerwaltung der dbb akademie am 29. April zu Ende gegangen. Unter der Schirmherrschaft der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft fand der bundesweit besuchte E-Government-Kongress vom 28. bis 29. April 2016 erstmalig im ehemaligen Plenargebäude des Deutschen Bundestages im World Conference Center Bonn (WCCB) statt. 
Die zweitägige Veranstaltung konzentrierte sich auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für die öffentliche Verwaltung. Besonders die in den E-Government-Gesetzen von Bund und Ländern vorgegebene Einführung der E-Akte und die Ausweitung ­digitaler Verwaltungsprozesse werden die Arbeitswelt und damit auch die Aufgaben der Beschäftigten stark verändern.
Wie sieht die Verwaltung der Zukunft aus? Auf welche Weise werden sich die Aufgaben und dienst­lichen Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung verändern und welche technischen Inno­vationen werden die Verwaltungsabläufe umgestalten? Wie gehen Verwaltung und Politik angesichts ihrer Verantwortung für das Gemeinwesen mit dem Thema Digitalisierung zukünftig um?

Digitale Verwaltung muss erfolgreich gestaltet werden

Nach Einschätzung von Volker Geyer, stellvertretender Vorsitzender der dbb akademie und Bundesvorsitzender der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM) ist der Fortbestand der Leistungsfähigkeit des öffent­lichen Sektors in einem großen Ausmaß abhängig von einer erfolgreichen Gestaltung des digitalen Wandels.
„Es liegt in unserer Hand, wie die digitale Arbeitswelt in Zukunft aussehen wird. Wir müssen genau hinschauen, um den Entwicklungen eine klare und verbindliche Richtung vorzugeben. Wir müssen eine Wertediskussion führen, um die Arbeit der Zukunft menschlich zu organisieren“, betonte Geyer in seiner Eröffnungsrede. In diesem Prozess seien neben den Führungskräften alle Be­teiligten gleichermaßen gefragt. „Gesetzgeber, Tarifpartner, Betriebs- und Personalräte müs­sen konstruktive und weiterführende Maßnahmen erarbeiten und umsetzen“, so Geyer wei­ter. 

Personal im Fokus

Dem Personal der öffentlichen Verwaltung als Garanten für den Erfolg komme eine beson­dere Rolle zu: „Nur wenn die Beschäftigten in den digitalen Neuerungen ihrer täglichen Arbeit einen Sinn bzw. einen Mehrwert für sich und ihre erbrachte Dienstleistung erkennen, werden sie kreativ und konstruktiv mit den neuen Herausforderungen umgehen können.“ Der digitale Wandel erzeuge auch einen enormen Qualifizierungsbedarf. Geyer bezeichnete Fortbildung deshalb als unverzichtbare Daueraufgabe.

Eröffnungsrede von Volker Geyer, stellvertretender Vorsitzender der dbb akademie und Bundesvorsitzender der Kommunikationsgewerkschaft DPV (DPVKOM)

CIO-NRW Beuß: Chancen nutzen

H. Beuß, CIO NRW

Hartmut Beuß, CIO des Landes NRW, hob in seinem Grußwort die Bedeutung des E-Government-Gesetzes für die Verwaltung in Nordrhein-Westfalen hervor. Aus seiner Sicht verbessere das Gesetz ganz erheblich die elektronische Kommunikation, da Verwaltungsangebote künftig von jedem einfach, schnell, medienbruchfrei und ortunabhängig genutzt werden können. Vom Antrag bis zum Bescheid laufe auf Wunsch alles digital. "So sind die Bürger, aber auch die Unternehmen, unabhängig von den Behörden", so Beus weiter. Ebenso werde auch die Bedeutung mobiler Arbeit zunehmen. 

Da das Gesetz die Einführung der E-Akte bis zum Jahr 2022 vorsieht, lässt sich erahnen, welche Veränderungen sich an den Arbeitsplätzen in der Landesverwaltung vollziehen werden. Aus seiner Sicht müssten sich Strukturen, aber noch mehr Prozesse, an die elektronische Kommunikation anpassen und zwar nach innen und nach außen. Ein besonderes Augenmerk sei aber auch auf die Sicherheit der Kommunikation und der Daten zu richten.

Hinsichtlich der Beschäftigten wird es darum gehen, sie auf dem Weg in die digitalisierte Verwaltung zu begleiten und zu unterstützen. Aktiv werben, mögliche Sorgen des Personals ernstnehmen und eine aktive Beteiligung sei der Weg für ein gelungenes Changemanagement.

Bonns OB Sridharan für digitale Prozesse

A. Sridharan, OB Bonn

"Aktuelle Herausforderungen der kommunalen Verwaltungen" - so der Titel des Vortrags von Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn. Eine besondere Herausforderung sei der Austausch der Arbeitsprozesse von der Papierakte hin zur E-Akte. Mit Open Data, Bürgerbeteiligungen und der notwendigen Umsetzung klassischer Bürgerserviceleistungen als Online-Angebote steige auch die gesellschaftliche Erwartungshaltung gegenüber Behörden. Althergebrachte Arbeitsprozesse und -formen müssten auf den Prüfstand und ggf. angepasst werden.

Eine zentrale Rolle in diesem Veränderungsprozess komme dabei der Personalorganisation zu. So müssen beispielsweise digitale fachbereichsübergreifende Arbeitsabläufe entwickelt werden, die sich in der Folge auf Arbeitsplatzbewertungen, die notwendige räumliche und technische Arbeitsplatzausstattung und künftige Personalbedarfsplanungen auswirken. Hier müsse sich seiner Meinung nach eine Behörde mit ihren zuweilen tradierten Strukturen weitgehend neu positionieren.

Grußwort von Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn

BVA-Vize Silvia Bechtold sieht Chancen für mehr Effizienz

S. Bechtold, BVA

Wie verändert die Digitalisierung die Gestaltung der Arbeit in den Behörden? Silvia Bechtold, Vizepräsidentin beim Bundesverwaltungsamt sieht Limitierungen und Restriktionen in erster Linie nicht mehr in den Möglichkeiten der IT, sondern vielmehr in der Akzeptanz und Bereitschaft zur Gestaltung der IT-gestützten Arbeit sowie der Einführung daran angepasster Arbeitsmodelle. Durch die vom Gesetzgeber vorgegebenen Initiativen sei die Anforderung verbunden, die den Aufgaben zugrunde liegenden Prozesse konsequent in Richtung Digitalisierung zu entwickeln. Laut Bechtold haben diese Entwicklungen weitreichende Auswirkungen auf Personal, Arbeitsumfeld, Wissens- und Changemanagement sowie Rechtsgrundlagen.

Mehr Effizienz durch Konsolidierung und Digitalisierung
Keynote von Vizepräsidentin Silvia Bechtold, Bundesverwaltungsamt

Stadtdirektor Kahlen über Digitale Agenda Köln

G. Kahlen, Köln

Das Abschlussplenum am zweiten Kongresstag präsentierte noch einmal zentrale Aspekte der zukünftigen Entwicklungen. Für Guido Kahlen, Stadtdirektor in Köln, dessen Vortragsthema der "Digitale Wandel in der kommunalen Verwaltung" war, wird die Digitalisierung zum zentralen Standortfaktor. Er plädierte für zielgenaue digitale Agenden in jeder Kommune. Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung einer Digitalen Agenda sei, das konkrete Potenzial der Digitalisierung zu erkennen, zu erschließen und zu realisieren. Die Bereitschaft der Schlüsselakteure, neue Wege zu gehen und sich auf den grundlegenden Veränderungsprozess einzulassen, sei dabei besonders wichtig.

Die digitale Agenda betreffe folgende zentrale Handlungsfelder:
• Digitale Infrastrukturen: Breitband-Anbindung von Gewerbegebieten, Privathaushalten, Schulen und öffentlichen Gebäuden
• Digitales Arbeiten: digitale Qualifizierung, Co-Working, Home-Working
• Digitale Wirtschaft: neue Dienste und Vernetzung, Leistungsnetzwerke mit Konsumenten, Unternehmen und Verwaltung
• Digitale Verwaltung: Government as a Service, Bürokratieabbau
• Digitale Lebenswelten: digitales Ehrenamt (beispielsweise im Bereich Flüchtlinge), smarte Städte mit intelligenten Lösungsansätzen für Mobilität, Energieeffizienz und Klimaschutz.
• Digitale Bildung: innovative Lernumgebungen, digitales Lernen, Open Educational Ressources (OER) und eine Breitband-Initiative für Schulen.
• Open Government: Open Data, E-Partizipation sowie Sicherheit und Vertrauen.

Die Chancen der Digitalisierung lassen sich nur nutzen, wenn die Vernetzung aller Beteiligten gelingt. Die vorhandenen Kompetenzen bündeln, zu einer neuen Arbeitsteilung gelangen und gemeinsame Aktionen statt isolierte Einzelinitiativen  entwickeln; statt Silo-Lösungen sind das Aktionen, die die Erfolgsaussichten erhöhen. Im Idealfall führe damit die Vernetzung dazu, dass Verwaltungsprozesse zum Bestandteil gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Wertschöpfungsketten werden, in denen die Verwaltung mit ihren Partnern oder als Partner die Gewährleistung öffentlicher Aufgaben und Dienstleistungen erfüllt.

Der digitale Wandel in der kommunalen Verwaltung
Guido Kahlen, Stadtdirektor, Köln

Trends der Digitalen (Verwaltungs-)Arbeit

T. Gregory, ZEW

Wie sieht die Zukunft der digitalen Verwaltungsarbeit aus, welche Fähigkeiten und welche Fortbildung werden gebracht? Für Dr. Terry Gregory, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), werden insbesondere Planung und Kommunikation, Online-Kompetenzen und Erfahrungswissen immer wichtiger. Für die Mittel- und Hochqualifizierten ist nach seiner Einschätzung Weiterbildung der zentrale Schlüssel für stabile Erwerbskarreiren. Für Geringqualifizierte reichen dagegen unter Umständen Weiterbildung nicht aus für die Beschäftigungssicherung. Im Fokus könnten hier u.a. Maßnahmen der beruflichen Umschulung und Höherqualifizierung stehen. Insofern müssten auch die (Aus-)Bildungsgänge auf zukünftige Anforderungen ausgerichtet werden.

Die Zukunft der digitalen (Verwaltungs-)Arbeit
Dr. Terry Gregory,  Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim

Große Resonanz - Positive Bilanz

Der Kongress neueVerwaltung wurde mit großem Erfolg beendet. Zahlreiche Rückmeldungen von Teilnehmenden, Referenten und Ausstellern haben deutlich gemacht, dass sowohl das Generalthema Zukunft Digitale Arbeit als auch die einzelnen Foren großes Interesse und viel Lob erhalten haben. Auch der Kongressort, das Plenargebäude des World Conference Center Bonn, hat großen Zuspruch erhalten.

Wir danken Ihnen Allen ganz herzlich für Ihr großes Interesse, Ihre engagierte Mitwirkung und Ihren großartigen Zuspruch und würden uns sehr freuen, Sie auch 2017 im WCCB Bonn begrüßen zu können.